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Idylle – Symphoniekonzert

Stadthalle Singen, Singen

  • Sa., 28.04.2018
  • 20:00 Uhr
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Idylle – Symphoniekonzert
Copyright: VA Stadthalle Singen/Michel Matthey de l'Etang

Veranstaltungsinformationen

Urban Frey, Panflöte; Ari Rasilainen, Dirigent; Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz.

Einführung von Intendant Beat Fehlmann um 19:15 Uhr.

Programm:

FABIAN MÜLLER (*1964)
Konzert für Panflöte und Orchester

JOHANNES BRAHMS (1833–1897)
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Das griechische Wort »Idylle«, das diesem Konzert den Titel gibt, meint zunächst ein kleines, ländlich-sittliches Bild, eine poetische Form, die abseits von städtischer Unruhe und Geschäftigkeit eine angst- und störungsfreie Lebensmöglichkeit schildert. Dass im bürgerlichen Zeitalter das »Idyllische« als Flucht und Eskapismus, ja Realitätsverweigerung attackiert wurde, weiß man. Dennoch haben zum Beispiel Haydns »Jahreszeiten«, Beethovens »Pastorale», Wagners «Siegfried-Idyll» oder Debussys »Nachmittag eines Fauns« dauerhaften Erfolg.

Ob das nagelneue Opus des Winterthurer Komponisten Fabian Müller eine kontrast- oder konfliktfreie Idylle ist, wird schon durch das Instrument in Frage gestellt: Die »Panflöte« ist die Röhrenflöte jenes Naturgeschöpfs Pan, der damit nicht nur lockt, sondern auch erschreckt. Daher kann er auch Panik erzeugen und die idyllische Gemütlichkeit nachhaltig stören. Sein auf mehreren Röhren zusammengebundenes Pfeifenkonsortium ist je nach Ort und Zeit in festen Tonarten geordnet, aber durch Ansatz und Luftdruck lassen sich Halbtöne brillant aus der alten Lippenorgel locken. Das Panflötenkonzert des Schweizer Komponisten zeichnet sich aus durch unorthodoxe Satzkunst, Furchtlosigkeit vor Schrägklängen und Kleinintervallen, aber auch durch Raffinessen, die aus der Weltvolkskunst gewonnen werden. Fabian Müllers Interesse gilt der Musikethnologie, der klingenden Völkerkunde. Tradition und Modernität begegnen sich in seinen Werken – und Pan wird es bestätigen, in einer Idylle mit Überraschungen der solistisch-orchestralen Begegnung.

Die Symphonie Nr. 2 von Johannes Brahms wird auch als seine «Pastorale»  bezeichnet, weil sich Idyllisches mit Heiterem verbindet, das man mit dem Namen der antiken Hirten-Poesie schmückt. Freund Billroth, der berühmte Chirurg, bekam die Noten von Brahms aus seiner Sommerfrische am Wörthersee zugesandt und schrieb dem Komponisten: «Da ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler grüner Schatten …» Eine Idylle eröffnet die Symphonie. Im Adagio «singt» das Cello ganz seelenvoll, die Violinen zaubern Girlanden zum zweiten Thema. Der dritte Satz heißt nicht «Scherzo», ist aber eins. Nach graziösem Menuett, Zwei-Viertel-Presto-Galopp und Drei-Achtel-Presto mit ungarischen Synkopen tanzt in der idyllischen Coda das Liebliche wieder melodisch. Das Finale hebt einstimmig mit halbem Bogendruck («sotto voce») an, wird rhythmisch lebendig und am Ende gibt es ein Fest mit Forte und allen Bläsern. Man wird erinnert: Pan gehört auch zum Gefolge des Dionysos – und die Coda wird zum Bacchanal, eine berauschte Idylle.

Urban Frey ist der erste Schweizer, der ein Lehr- und Konzertdiplom einer Hochschule auf der Panflöte erworben hat. Er studierte am Konservatorium in Winterthur bei Marianne Stucki (mit der Panflöte in der Querflötenklasse) und an der Hochschule der Künste in Amsterdam bei Nicolae Pirvou. Er ist Kulturpreisträger des Kantons Thurgau. Seit 1984 hat er zahlreiche Konzerte als Solist in verschiedensten Besetzungen gegeben und Einspielungen realisiert.

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